Das Glossar systemischer Coaching-Begriffe.

Warum braucht systemisches Coaching ein eigenes Glossar?

Systemisches Coaching verwendet Begriffe aus Kybernetik, Systemtheorie und Konstruktivismus, die im Alltag unbekannt sind oder dort eine andere Bedeutung haben – ein Glossar macht diese Sprache zugänglich. Wer versteht, was Autopoiesis, Selbstreferentialität oder Auftragsklärung bedeuten, kann besser einschätzen, was in einem systemischen Gespräch eigentlich geschieht. Dieses Verständnis stärkt Ihre Handlungsfähigkeit – sowohl im Coaching als auch danach.

Welche Begriffe sind für Sie als Klient relevant?

Für Klienten im Executive Coaching sind vor allem Selbstreferentialität, Auftragsklärung, Zirkuläres Fragen und Bedeutungsgebung praxisnah – sie beschreiben, was im Gespräch wirklich passiert. Theoretischere Begriffe wie Autopoiesis oder Kybernetik zweiter Ordnung erschließen die Hintergrundlogik, die erklärt, warum bestimmte Interventionen wirken. Das Glossar ist so aufgebaut, dass Sie mit jedem Eintrag beginnen können.

Wie hängen diese Konzepte in der Praxis zusammen?

Die Begriffe bilden kein lineares Modell, sondern ein Netz: Autopoiesis erklärt, warum Systeme sich selbst erhalten; Selbstreferentialität erklärt, warum das manchmal zum Problem wird; Musterunterbrechung und Reframing zeigen, wie Veränderung trotzdem möglich ist. Wer systemisches Coaching wirklich verstehen will, entdeckt beim Lesen dieser Einträge, dass sie aufeinander verweisen – und das ist kein Zufall, sondern Systemdenken in Aktion.

Selbstreferentiell

Ein System, das sich auf sich selbst bezieht und dabei eigene Zustände als Bezugspunkt nimmt.

Zirkuläres Fragen

Fragetechnik, die Beziehungen und Perspektiven Dritter sichtbar macht, die sonst unsichtbar bleiben.

Problem

Im systemischen Sinne eine Differenz zwischen Ist und Soll – oft anders als der Klient es benennt.

Individuation

Der Prozess, in dem ein Mensch zu sich selbst wird – in Abgrenzung und in Bezogenheit.

Auftragsklärung

Die Klärung, wer was von wem will – entscheidend für den Erfolg jedes Beratungsgesprächs.

Bedeutungsgebung

Der konstruktive Akt, durch den eine Situation erst ihren Charakter erhält – veränderbar.

Autopoiesis

Ein System, das seine eigenen Bestandteile aus sich selbst heraus erzeugt und erhält.

Beobachter

Im systemischen Denken ist der Beobachter niemals neutral – er verändert, was er beobachtet.

Lösungsfokussiert

Ein Ansatz, der nicht das Problem analysiert, sondern Ausnahmen und Ressourcen in den Mittelpunkt stellt.

Kybernetik zweiter Ordnung

Die Steuerung steuernder Systeme – und die Erkenntnis, dass der Beobachter zum System gehört.

Musterunterbrechung

Der Moment, in dem ein eingespieltes Verhaltensmuster unterbrochen wird und Veränderung möglich wird.

Systemisches Coaching

Ein Ansatz, der nicht den Menschen verändert, sondern seinen Kontext – mit nachhaltiger Wirkung.

Reframing

Die Kunst, einen anderen Rahmen um dieselben Fakten zu legen – und damit ihre Bedeutung zu verändern.

SWOT-Analyse

Ein strategisches Werkzeug für Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken – mit klaren Grenzen.

WennDann
Sie wissen wollen, warum Ihr Coach Fragen stellt statt Antworten zu gebenErklärt der Begriff Zirkuläres Fragen genau dieses Prinzip.
Sie verstehen wollen, warum Sie in einem Muster feststecken, das Sie selbst nicht sehenIst Selbstreferentialität der Schlüsselbegriff – ein System, das nur sich selbst beobachtet.
Sie sich fragen, warum Veränderung so schwer ist, obwohl alle es wollenErklärt Autopoiesis, warum Systeme sich aktiv selbst erhalten – auch gegen Veränderungsimpulse.
Sie verstehen wollen, was in Ihrer ersten Sitzung mit Johannes Faupel passiertBeschreibt Auftragsklärung genau diesen Schritt: Was wollen Sie? Was wollen andere? Was ist der eigentliche Auftrag?
Sie eine Situation anders sehen wollen, ohne die Fakten zu ändernSind Reframing und Bedeutungsgebung die Konzepte, die diesen Perspektivwechsel ermöglichen.