Systemisches Coaching verändert nicht den Menschen – es verändert seinen Kontext.

Systemisches Coaching: Kontext als Veränderungshebel – nicht das Individuum, sondern das System, in dem es handelt, steht im Mittelpunkt

Was ist systemisches Coaching?

Systemisches Coaching ist ein Beratungsansatz, der auf Systemtheorie und Konstruktivismus aufbaut und Veränderung nicht durch Einwirkung auf den Menschen, sondern durch Veränderung seines Kontexts anstrebt. Die Grundannahme: Menschen verhalten sich immer im Kontext von Systemen – Familie, Organisation, Berufsrolle – und dieses System hat mehr Einfluss auf Verhalten als individuelle Eigenschaften. Wer einen Menschen isoliert verändern will, scheitert oft an der Systemlogik, die ihn umgibt. Systemisches Coaching setzt dort an, wo diese Logik sichtbar wird.

Was unterscheidet systemisches Coaching von anderen Coaching-Ansätzen?

Systemisches Coaching fragt nicht: Was ist falsch mit dieser Person? – sondern: Welches System erzeugt dieses Verhalten, und was muss sich im System verändern? Verhaltensorientiertes Coaching arbeitet mit Kompetenzen und Gewohnheiten. Lösungsfokussiertes Coaching arbeitet mit Ressourcen und Zielen. Systemisches Coaching arbeitet mit Kontexten, Mustern, Beziehungsdynamiken und der Frage, welche Funktion ein scheinbares Problem im System erfüllt. Das ist methodisch anspruchsvoller – und in komplexen Situationen wirkungsvoller als Ansätze, die an der Oberfläche ansetzen.

Zirkuläre Fragen, Reframing und Auftragsklärung als Hauptinstrumente des systemischen Coachings im Executive-Kontext bei Johannes Faupel

Für wen ist systemisches Coaching geeignet?

Systemisches Coaching ist besonders geeignet für Führungskräfte, Entscheider und Unternehmer, die in komplexen Systemen arbeiten und feststellen, dass individuelle Lösungen nicht ausreichen. Wenn dieselben Probleme in verschiedenen Kontexten auftreten – das ist ein Zeichen für ein Muster. Wenn externe Ratschläge nichts bewirken – das ist ein Zeichen für ein autopoietisches System, das Veränderung abweist. Wenn Entscheidungen unklar bleiben trotz ausreichender Information – das ist ein Zeichen für unbearbeitete Aufträge und Loyalitäten. In all diesen Situationen bietet systemisches Coaching einen wirksamen Ansatz.

Was passiert in einem systemischen Coaching?

In einem systemischen Coaching wird zunächst der Auftrag geklärt, dann werden Systemdynamiken sichtbar gemacht und schließlich werden Interventionen entwickelt, die im Kontext des Klienten wirksam sind. Ein erstes Gespräch gilt der Auftragsklärung: Was soll sich verändern? Für wen? Bis wann? Dann folgt die Systemanalyse: Welche Muster, Beziehungen und Kontexte sind relevant? In der Interventionsphase werden zirkuläre Fragen, Reframing und Musterunterbrechungen eingesetzt. Das Ergebnis ist keine Lösung, die der Coach mitbringt – sondern eine, die der Klient in seinem System selbst entwickelt und umsetzen kann. Mehr über den Rahmen bietet die Seite zum Executive Coaching und zu den Kompetenzen.

WennDann
dieselben Probleme immer wieder auftreten – in verschiedenen Kontextenist ein systemisches Muster wahrscheinlich die Ursache
individuelle Maßnahmen im Unternehmen keine Wirkung zeigenist das System stärker als die Einzelperson – systemisches Coaching adressiert das
eine Führungskraft weiß, was sie tun sollte – aber es nicht tuthat das Kontext- und Beziehungssystem mehr Einfluss als das individuelle Wissen
Entscheidungen vertagt werden trotz klarer Datenlagewirken systemische Loyalitäten und unbearbeitete Aufträge
Veränderungsprozesse in Organisationen stagnierenbraucht es systemisches Coaching auf Führungsebene, nicht nur Prozessoptimierung